Landesverbandsschauen

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Standardinformationen 2010

 

 

1. Ergänzung von AAB §§ 4 und 12 betr. Neuzüchtungen

Der zweite Absatz von § 4 AAB (Seite 9) erhält nunmehr folgende Fassung: „Neuzüchtungen dürfen nur auf Landes- oder Bundesschauen bzw. auf Landesrammler- oder Bundesrammlerschauen – nicht aber auf Landesjungtierschauen und Landesjugend- bzw. Landesjugend-Jungtier-Schauen - bewertet werden. Sie dürfen ebenfalls auf Landesclubschauen bewertet werden, sofern für das gleiche Zuchtjahr keine Landesschau oder Landesrammlerschau stattfindet; in diesem Fall sind alle Zuchten zugelassen und zur Beteiligung aufgerufen, die eine entsprechende Züchtungsgenehmigung des Landesverbandes haben. Über die Vorstellung von zugelassenen Neuzüchtungen (vgl. § 12) auf anderen Schauen – einschließlich der Landesjungtierschauen und Landesjugend- bzw. Landesjugend-Jungtier-Schauen -, und zwar ohne Bewertung, entscheiden die Landesverbände; eine entsprechende Genehmigung ist vorzulegen.“ Der entsprechende Passus zu „Neuzüchtungen und Nachzuchten ehemaliger Rassen“ (§ 12, Absatz 1, Seite 14) ist entsprechend zu ergänzen. Die Fachkommission stimmte der diesbezüglichen Beschlussvorlage des Erweiterten Präsidiums zu, um dem Bedürfnis nach regelmäßiger Ausstellungs- und Bewertungsmöglichkeit auf der Ebene der Landesverbände Rechnung zu tragen.

 

2. Bewertung der Bodenfreiheit bei den Rassen Alaska und Havanna

 

Aufgrund eines über den zuständigen Landesverband hereingereichten Antrags der Arbeitsgemeinschaft stellt die Fachkommission fest, dass in Position 2 diesbezüglich für diese beiden Rassen die allgemeinen Anforderungen bei der Bewertung anzuwenden sind: „Der Körper wird frei vom Boden von kräftigen und geraden Läufen getragen.“ (Standard 2004, Seite 22). Verlangt werden also weder „Stellung“, noch „Stand“, sondern angemessene Bodenfreiheit. „Wenig Bodenfreiheit“ ist z.B. ein leichter Fehler. Bemängelungen unter Verwendung der Begriffe für weitergehendere Forderungen wie „Stand“ oder „Stellung“ sind bewertungsfachlich wenig sinnvoll bzw. fehlerhaft und bei der Bewertung dieser Rassen nicht anzuwenden. Im Übrigen bleibt festzuhalten, dass eine angemessene Bodenfreiheit den Typ der im ZDRK gezüchteten Rassekaninchen erst richtig zur Wirkung kommen lässt. Die vorgenannten allgemeinen Anforderungen gelten daher nicht nur für diese beiden Rassen, sondern grundsätzlich für alle Rassen, bei denen in der Standardbeschreibung keine weiter gehenden Forderungen zu „Stand“ und „Stellung“ beschrieben werden.

 

3. Anerkennung der Zwergsatin, rot als neue Rasse

 

Nachdem die qualitativen und quantitativen Anerkennungsbedingungen für diese Neuzüchtung erfüllt worden sind, werden die Zwergsatin, rot zum 1. Oktober 2011 in den Rassenstandard aufgenommen und können nach diesem Datum in der Allgemeinen Abteilung nach Punkten bewertet werden. In der Zwischenzeit sollen die Preisrichter durch intensive Schulungen auf die Bewertung dieser neuen Rasse vorbereitet werden. Bis zum Zeitpunkt der Anerkennung sind die Zwergsatin, rot weiterhin mit „N“ zu kennzeichnen, nur für die Abteilung Neuzüchtungen zugelassen und ggf. nach der vorliegenden Musterbeschreibung zu bewerten. Eine Standard-Rassebeschreibung wird rechtzeitig zur Veröffentlichung gelangen.

 

4. Erläuterungen zur Zusammenfassung der Farbenschläge „Wildgrau“ und „Hasengrau“ unter dem Oberbegriff „Wildfarben“

 

Der Beschluss zur Zusammenfassung der Farbenschläge „Wildgrau“ und „Hasengrau“ unter der Bezeichnung „Wildfarben“ und zum Fortfall der Anforderungen zur Unterscheidung dieser Farbenschläge (vgl. Kaninchenzeitung 2/2010, Seite 21) ist zwischenzeitlich von Seiten der Fachwissenschaft befürwortend kommentiert worden, und zwar mit der Empfehlung, die Möglichkeit der Selektion auf „Wildgrau“ und „Hasengrau“ bei entsprechender Schwerpunktsetzung des Züchters weiterhin nachhaltig zu fördern, jedoch hinsichtlich der Intensität der Schattierung keine bevorzugende Festlegung zu treffen. Auf dem Hintergrund dieser Stellungnahme und aufgrund zahlreicher Anfragen aus den Landesverbänden und Preisrichtervereinigungen trifft die Fachkommission folgende Feststellungen:

 

a) Der Beschluss zur Zusammenführung unter dem Begriff „Wildfarben“ bedeutet keine Änderung der Standardbestimmungen, sondern vielmehr eine züchterorientierte Ergänzung.

 

b) Er besagt, dass die Anforderungen zur Unterscheidung der Farbenschläge "Wildgrau" und "Hasengrau" vom einzelnen Züchter nicht zwingend eingefordert werden, er besagt aber nicht, dass diese Farbenschläge entfallen. Wildgraue Phänotypen sind weiterhin als solche zu züchten und zu bewerten, hasengraue ebenfalls. Wer weiterhin seinen Schwerpunkt auf die reinerbige Zucht von "Wildgrau" legen möchte, der sei nachdrücklich dazu aufgefordert, wer weiterhin die Selektion auf reinerbig "Hasengrau" festlegen möchte, der sei ausdrücklich darin bestärkt, wer aber diese Unterscheidung nicht zu leisten vermag und sich mit der "Wildfarbenen Kombination" befassen möchte, dem soll in Zukunft kein direkter Nachteil daraus entstehen.

 

c) Für die „Wildfarbene Kombination“ ergibt sich ein neuer Ermessensspielraum, der durch eine entsprechende Handlungsanleitung für die Preisrichter konkretisiert wird. (Anlage 1)

 

d) Die im Standard 2004 aufgeführten fünf idealtypischen „grauen“ Farbenschläge, die „der Wildform des Kaninchens am nächsten kommen“ (Seite 35), werden in den Beiträgen vielfach mit dem Begriff „Schwarzwildfarbig“ gleichgesetzt. Daher sei folgendes festgestellt: „Schwarzwildfarbig“ sind nur die Varianten „Dunkelgrau“, „Wildgrau“ und „Hasengrau“; die Zusammenfassung unter dem Begriff „Wildfarben“ betrifft nur die beiden letztgenannten Varianten. „Eisengrau“ (BeB) und „Hasenfarbig“ (ww) sind abweichende Genotypen. (vgl. Grafik, Anlage 2)

 

e) Es bleibt der Beschluss bestehen, dass die beiden Farbenschläge „Eisengrau“ und „Dunkelgrau“ trotz der genetischen Unterschiedlichkeit wegen ihrer phänotypischen Ähnlichkeit in einer Zuchtgruppe ausgestellt und bewertet werden können (Standard 2004, Seite 15); für jedes einzelne Tier der Zuchtgruppe ist jedoch der konkrete Farbenschlag, also „Eisengrau“ oder „Dunkelgrau“ anzugeben. „Hasenfarbig“ kann weiterhin nicht mit einem anderen Farbenschlag kombiniert werden. „Wildgrau“, „Hasengrau“ und die „Wildfarbene Kombination“ werden unter dem zusammenfassenden Begriff „Wildfarben“ ausgestellt und bewertet.

 

Peter Mickmann, Vorsitzender der ZDRK-Standardkommission,

und Walter Hornung, Redaktion


 

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