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Standardänderung 2013 - Exponate

 

 

 

 

 

Neuerungen in der Bewertung der Exponate

 

Erläuterung der Veränderungen seit Erscheinen des Standards 2004

 

 

Gegenstände die aus anderen Materialien hergestellt wurden, also solchen, die nicht vom Kaninchen kommen, blieben 2004 zunächst weiterhin als Bastelarbeiten neuer Definition oder als Lehr- und Anschauungsmaterial (z.B. Musterstallbauten) der reinen Prädikatsbewertung zugeordnet, wenngleich versehen mit der Option auf das Prädikat „vorzüglich“ im Falle besonders gelungener Ergebnisse. Dennoch war mit dem neuen Standard 2004 und weiteren Pilotprojekten wie „rabbit art“ eine derartige Dynamik in die Abteilung X gekommen, dass weitere Änderungen nicht lange auf sich warten ließen. Gleichzeitig drängten nun auch die Männer in die Frauendomäne und verlangten, in die „Frauengruppen“ aufgenommen zu werden und somit auch Erzeugnisse der Klassen 2 bis 4 ausstellen zu dürfen. Mit dem Hinweis auf das oft sehr erfolgreiche Auftreten von Züchterinnen im Rassenwettbewerb der Ausstellungen drängten sie, wenn man so will, auf die „Gleichberechtigung des Mannes“.

 

Und so dauerte es nur drei Jahre, bis mit der Umbenennung in „Handarbeits- und Kreativgruppen“ die partnerschaftliche Kooperation und der partnerschaftliche Wettbewerb von Männern und Frauen, Jungen und Mädchen in allen Klassen der Abteilung X ermöglicht wurde. Mindestens ebenso weitreichend war die Einführung der Punktbewertung für die neu definierte Klasse 6 „Gestaltungen mit weiteren Materialien, Medien und Techniken“, unterteilt in 6a) „Materialgebundene Gestaltungen“ und b) „Gestaltungen mittels elektronischer Medien (Techniken) – rabbit art“. Damit wurden mit Wirkung vom 1.10.2007 die Gestaltungen mit Materialien, die nicht „aus der Kaninchenzucht“ stammen, gleichberechtigt zum Wettbewerb zugelassen, wenngleich mit jeweils eigenen Bewertungspositionen, die von denen der Klassen 1 bis 5 abwichen.

 

Die Entwicklung der Folgejahre zeigte, dass damit noch nicht das Ei des Kolumbus gefunden worden sein konnte. Kritische Stimmen bemängelten

 

a) die Heterogenität und damit geringe Vergleichbarkeit der Erzeugnisse in der Klasse 6a: Arbeiten mit Stoffen, Garnen usw. einerseits und mit Draht, Holz, Pappe usw. andererseits,

b) die Schwierigkeit bei der Preisverteilung beim Vergleich mit den traditionellen Klassen im Falle der Punktgleichheit: unterschiedliche Urkunden mit unterschiedlicher Positionsdefinition,

c) etwas dürftige Ausführungen zu den leichten und schweren Fehlern, was eine gerechte Bewertung in diesen Klassen erschwerte.

 

 

erzeugnisse 02erzeugnisse 05

 

 

Die notwendige Neufassung des Bewertungsbeispiels infolge der Umstellung auf einheitliche 20 Punkte für alle Positionen wurde erst 2011 mit der Neuauflage der Ergänzungsblätter nachgeliefert. Zudem nahm die Klasse 6a eine rasante Entwicklung und dies vor allem im Bereich der klassischen Handarbeiten. Diese Schwerpunktverlagerung bewog die Vertreter/Innen der HuK-Gruppen, im Rahmen der ZDRK-Haupttagung in Schöneck 2012 eine Unterteilung dieser Klasse bei der Standard-Fachkommission zu beantragen. Dieser Antrag stieß auf offene Ohren, ebenso wie der Wunsch nach einer einheitlichen Bewertungsgrundlage: „Einer neuen Klasseneinteilung in Klasse 6a „Handarbeiten“ und 6b „Bastelarbeiten“ sowie 7 „Gestaltungen mit elektronischen Medien und Techniken“ steht die Kommission im Prinzip ebenso positiv gegenüber wie der Entwicklung einer einheitlichen Bewertungsurkunde für alle Klassen der Abteilung X (außer Fellsortimente) und einer Änderung der Positionsreihenfolge im Falle der Punktgleichheit.“ (Niederschrift Schöneck)

 

In Kooperation zwischen der Leiterin der HuK-Gruppen im ZDRK, Karin Werner und der Redaktion der Fachkommission gelang es, in weniger als einem Jahr eine konsensfähige Neueinteilung für die Klassen 6 ff., eine einheitliche Bewertungsurkunde und als Folge davon eine partielle Neufassung bzw. Umgruppierung der Bewertungsbestimmungen für alle Klassen zu entwickeln, für deren Ausstellungsnummern bereits in der neuen AAB vom 1.10.2012 der einheitliche Begriff „Exponate“ eingeführt worden war:

 

 

 

Klasse 6: Gestaltungen mit weiteren Materialien

  1. a)Handarbeiten (andere Garne, Stoffe usw. als in Klasse 2 bis 5)
  2. b)Bastelarbeiten

Klasse 7: Gestaltungen mit elektronischen Medien und Techniken – rabbit art

Klasse 8: Fellsortimente

Klasse 9: Lehrbeiträge und Anschauungsmaterial

 

 

 

Wie einleitend berichtet, wurde diese Neukonzeption im März dieses Jahres einstimmig vom Erweiterten Präsidium beschlossen. Sie wird in der Form von Einlegeblättern zum Standard 2004 ausgegeben werden und die Grundlage eines Teils der DPV-Schulung in Niefern bilden. Die neu definierten Klassen 6 und 7 sind durch die Vereinheitlichung der Bewertungspositionen nun auch sichtbar mit den traditionellen Klassen, v.a. 2, 3 und 4 gleichgestellt. Dies ist ein Schritt, der substanziell das Selbstverständnis der ehemaligen „Selbstverwertergruppen“ auf eine neue Basis stellt, der sich aber mehr oder weniger aufdrängte angesichts der Veränderungen sowohl in der Gesellschaft allgemein als auch in der Verbandsstruktur des ZDRK und der HuK-Gruppen:

 

 

 

Die Exponate der Klassen 1 – 7 und 9 werden nach folgenden 5 Positionen bewertet:

1. Thema (v.a. Klassen 6, 7 und 9) , Idee, Motiv

20 Punkte

2. Verarbeitung, Bearbeitung

20 Punkte

3. Arbeitsaufwand und Reichhaltigkeit

20 Punkte

4. Beschaffenheit und Eignung des Materials

20 Punkte

5. Kreativität, Aktualität, Präsentation

20 Punkte

 

100 Punkte

 

Anmerkung: Klasse 9, nur Prädikatsbewertung

 

 

Fellsortimente (Kl. 8) werden nach folgenden 4 Positionen bewertet:

 

1.

Größe der Felle

25 Punkte

2.

Fellgüte und -zustand

25 Punkte

3.

Farbe

25 Punkte

4.

Ausgeglichenheit

25 Punkte

 

 

100 Punkte

 

 

 

 

Eine kurze Kommentierung der Bewertungspositionen wird zeigen, dass an die Richter/Innen, aber auch an die Aussteller/Innen teilweise neue Anforderungen gestellt werden.

 

 

 

Neue Akzentsetzungen im Spiegel der Bewertungspositionen

 

Die neue von der Redaktion der Standard-Fachkommission entworfene Bewertungsurkunde spiegelt die Veränderungen in den Bewertungspositionen (S. 323/324). Für die Klassen 1 – 7 und 9 sind diese so formuliert, dass versucht wird, in den Bezeichnungen für die einzelnen Positionen das für alle Klassen jeweils Gemeinsame und Verbindende herauszustellen und Anforderungen, die sich bei der Klasse 6 bewährt haben, fruchtbar auf die traditionellen Klassen 1 – 4 anzuwenden.

 

 

 

 

wappen zdrk

 

Nr._______                                 _________Preis

 

             Bewertungsurkunde

             Erzeugnisse und Gestaltungen

 

 

Nähere Bezeichnung: ________________________________________

 

__________________________________________________________

 

Exponat-Klasse:                                               Ausstellerklasse:

 

_____________Schau, in _________________ am ________________

 

 

 

1. Thema (v.a. Klassen 6, 7 und 9), Idee, Motiv                                   (20)

 

 

 

2. Verarbeitung, Bearbeitung                                                        (20)

 

 

 

3. Arbeitsaufwand und Reichhaltigkeit                                           (20)

 

 

 

4. Beschaffenheit und Eignung des Materials                                 (20)

 

 

 

5. Kreativität, Aktualität, Präsentation                                           (20)

 

 

 

Gesamturteil

 

 

 

Bemerkung

 

 

 

 

 

 

 

 

       Stempel                                        ___________________                   ________________

                                                                  Ausstellungsleiter                     Preisrichter/in

Die erste Position: „Thema, Idee, Motiv“ unterstreicht einen Anspruch, der in expliziter Form bisher nur für Exponate der materialgebundenen und der elektronisch gestützten Gestaltungen – jetzt Klassen 6 und 7 - sowie für Lehrbeiträge und Anschauungsmaterial eingefordert wurde, nämlich den thematischen Bezug zu den in der Satzung des ZDRK festgelegten Verbandszielen herauszustellen. In den traditionellen Klassen 1 bis 4 (bzw. 5) ist dieser Bezug natürlich bereits durch die Materialwahl gegeben, aber lediglich die Entscheidung für Kaninchenfelle, -wolle oder –leder birgt noch keine positive Gestaltungsidee in sich und bringt das kreative Potenzial nicht deutlich genug zur Geltung, weshalb es nach meiner Ansicht keine volle Punktzahl beanspruchen kann. Deshalb lautet die Forderung:   „Positiv ist zu bewerten, wenn bereits in der Bezeichnung des Exponats ein Motiv oder eine Gestaltungsidee zum Ausdruck kommt.“

 

 

 

 

Da es sich hierbei um eine Neuerung für die traditionellen Exponatklassen handelt, einige Beispiele: Pasteten und Wurstwaren aus Kaninchenfleisch – Klasse 1b – können unter dieser Bezeichnung als Exponat ausgestellt werden, sie können z.B. aber auch als Mahlzeit arrangiert werden und je nach regionaltypischer Herstellung bzw. Zubereitung und je nach Begleitmaterialien als „Bayerische Brotzeit“ oder als „Pfälzer Winzervesper“ oder … mit einer zündenden Idee versehen werden. Nach den neuen Bestimmungen macht es auch einen Unterschied, ob ein Exponat der Klasse 2a auf der Meldung und nachher im Katalog schlicht erscheint als „Damenmantel“ oder als „Damenmantel: elegante Abendgarderobe aus Schwarzrexfellen“. Ein Exponat der Klasse 2c lässt unter der Bezeichnung „3 Kissen“ kein Motiv erkennen, verdeutlicht aber mittels des Hinweises „3 Motivkissen: Schmetterlinge“ den Bezug zur Natur. Wenig präzise ist eine Anmeldung für Klasse 4c mit der Formulierung „2 Bilder - Landschaft“, deutlich besser ist die Charakterisierung „2 Bilder – Waldlichtung im Frühling und im Herbst“ (Beispiele in Anlehnung an: Fotos Standard 2004, S. 336 und Katalog LV-Schau Westfalen 2013, S. 29/32).

 

 

Entsprechend ihrer Wertigkeit steht die Position „Verarbeitung, Bearbeitung“ an Numero 2, also der gleichen Stelle, wo auch bei den Rassekaninchen im Falle der Punktgleichheit vorrangig differenziert wird. Inhaltlich hat sich nichts Entscheidendes geändert, außer dass bei der Klasse 6 darauf hingewiesen wird, dass die Bewertung in Anlehnung an die leichten Fehler der Klassen 2 bis 4 erfolgen sollte.

 

 

An Position 3 und im Positionsvergleich bei Punktgleichheit an zweiter Stelle folgen nunmehr - für alle Klassen zusammengefasst (wie vorher bereits in der alten Klasse 6): „Arbeitsaufwand und Reichhaltigkeit“. Auch hier hat sich inhaltlich nichts Wesentliches geändert, wenn man davon absieht, dass durch die Zusammenlegung Doppelbewertungen wirksamer vermieden werden, wie sie bisher v.a. bei der Klasse 4 kaum zu vermeiden waren (vgl. Standard 2004, S. 331). In der Klasse 6a „Handarbeiten“ empfiehlt sich eine Orientierung an den Klassen 2 bis 4. Bei den Bastelarbeiten im engeren Sinne – 6b - ist es natürlich nach wie vor schwierig, den tatsächlichen Arbeitsaufwand einzuschätzen (vgl. S. 334). Es ist allerdings kaum möglich, präzise und verbindliche, für die Bewertung verwertbare Arbeitseinheiten anzugeben, wie diese z.B. bei Kraftfahrzeugreparaturen angewendet werden; hier sind schlichtweg Sachverstand und Fingerspitzengefühl angesagt.

 

 

Letzteres ist natürlich auch bei der Beurteilung von Position 4 „Beschaffenheit und Eignung des Materials“ angesagt. Die Bewertungshinweise für Arbeiten aus Fellen und Wolle wurden nicht geändert. Vor allem die Eignung ungewohnter Materialien für bestimmte Verwendungssituationen der Klasse 6b sollte behutsam beurteilt werden, weil dem Erfindergeist keine Grenzen gesetzt sind. Hier kann ein Standardtext nur allgemeine Anhaltspunkte liefern.

Die alte Position „Gesamteindruck“ barg schon von der Formulierung her die Gefahr der Subjektivität und der Doppelbewertung, insofern als sie einlud, das bisher in den Einzelpositionen gefällte Urteil noch einmal zusammenfassend in die Punkteskala einzuordnen. Die neue Formulierung der Position 5 bietet zumindest von der Absicht her eigenständigere und objektivere Bewertungsgesichtspunkte an: „Kreativität, Aktualität, Präsentation“, die im Positionsvergleich an dritter Stelle zum Zuge kommen. Die korrekte Einstufung bei der Bewertung wird sicherlich erleichtert durch den beispielhaft für die Klasse 2 formulierten Katalog von leichten Fehlern :

 

 

 

Leichte Fehler

 

- wenig ansprechende, wenig gefällige oder nachlässige Aufmachung/

    Gestaltung/Aufteilung

- wenig harmonische Gestaltung/Zusammenstellung/Darstellung/Farbgebung

- etwas unklare Konturen, etwas verschwommene Konturen

(ohne „etwas“ bei größerem Abzug)

- unschöne Präsentation, schlechte Präsentation (bei größerem Abzug)

- etwas wenig Kreativität (ohne „etwas“ bei größerem Abzug)

- wenig modische Gestaltung/Zusammenstellung/Farbwahl (S. 328).

 

 

 

 

 

 

Ein indirekter Bezug zur Position 1 konnte und kann sicherlich nicht ganz vermieden werden. Auch bei der Bewertung unserer Rassekaninchen sind z.B. Rassetyp, Geschlechtstyp und Kopfbildung nicht messerscharf zu trennen. Außerdem sollten sowohl Aussteller/Innen als auch Richter/Innen sich stets bewusst sein, dass absolute Objektivität nicht realisierbar ist, weder bei den Geschöpfen der Natur, noch bei Erzeugnissen und Gestaltungen, die dem schöpferischen Geist und der ideellen Gestaltungskraft engagierter Menschen entsprungen sind.

 

 

Schlussbetrachtung

 

Ob mit den vorstehend beschriebenen und kommentierten Neuerungen nun das Ei des Kolumbus gefunden worden ist, wage ich zu bezweifeln. Sicherlich wird auch weiterhin die Notwendigkeit von Änderungen erkannt und in die Tat umgesetzt werden. Und das ist richtig so. Denn wenn sich in einem Verband nichts mehr ändert, dann ist das Verbandsleben gestorben oder der Verband dämmert nur noch vor sich hin.

 

Fest steht, dass die vielfältigen Erzeugnisse und Gestaltungen unseren Ausstellungen eine ungeheure Attraktivität verleihen, weil sie im Verbund mit den herrlichen Rassekaninchen oder aber auch im Rahmen einer eigenen Erzeugnisschau zeigen, welches Kreativpotenzial in unserem ZDRK steckt. In ihrem Grußwort zur „Jungtier- und Erzeugnisschau im Weserbergland“ (2008) hat die damalige HUK-Leiterin des KV, Kirsten Meier es so formuliert: „Die hier ausgestellten Erzeugnisse zeugen nicht nur von dem vielfältigen, kreativen Potenzial der Züchtergemeinschaft, sondern auch von Ideenreichtum und handwerklicher Fertigkeit. Das gemeinsame Handwerken, der Austausch von Ideen und nicht zuletzt der freundschaftliche Wettstreit auf den Erzeugnisschauen halten die Gemeinschaft zusammen…“ (www.kv-weserbergland.de/...)    

 

  

Walter Hornung

 

 

boarde lv

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