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Nachfolgend können Sie in der Landesverbandschronik die Geschichte unsers Verbandes erfahren. Wir wünschen gute und interessante Unterhaltung. 

  

 

 

1909 1920

 

 

enn ich als einer der alten Mitarbeiter des Landesverbandes heute die Geschichte des Landesverbandes niederschreibe, so geschieht es, um die Ereignisse und Daten einmal zusammen zu tragen, bekannt zu geben und sie der Nachwelt zu erhalten….“ So lauten die einführenden Worte von Friedrich Blanck in der Chronik des Landesverbandes der westfälischen Kaninchenzüchter, die von ihm anlässlich des 50jährigen Bestehens geschrieben wurde und die die Geschichte des Landesverbandes von 1909 bis 1959 aufzeichnet.

 

 

um 7. März 1909 berief Herr Dr. Müller, der Direktor der Landwirtschaftlichen Winterschule zu Dortmund, aus Anlass der Jubiläumsfeier der Landes-Kultur-Gesellschaft für den Regierungsbezirk  Arnsberg, die Kleintierzüchter zu einer Besprechung nach Dortmund. In einem in der Versammlung gehaltenen Vortrage wies der Zuchtinspektor, Herr Topp, Münster, darauf hin, dass ein Verband der Westfälischen Kaninchenzüchter sehr wahrscheinlich den Anschluss an die Landwirtschaftskammer erreichen würde.  Man hielt es für angebracht, die bereits bestehenden Kreisverbände und Vereine der Kaninchenzucht in einem Provinzialverband zusammen zu fassen, wie es bei den anderen Sparten der Kleintierzucht schon geschehen war. Es schlossen sich nun die Kaninchenzüchterverbände Dortmund, Hoerde und Hamm sowie die Kaninchenzüchterverbände Hagen und Soest zu einem Verbande der Kaninchenzüchter in Westfalen und Lippe zusammen.  Viele westfälische Vereine gehörten aber bereits dem Verbande Westdeutscher Kaninchenzüchter an. Dort waren die Vereine in Bezirken zusammen gefasst. Um eine Zersplitterung der Kaninchenzüchter zu vermeiden, stellte der neue Verband beim Westdeutschen Verband den Antrag auf Einteilung nach politischen Grenzen. Von der Delegiertenversammlung des Westdeutschen Verbandes in Elberfeld wurde dieser Antrag fast einstimmig angenommen. Die in Westfalen bestehenden, dem Westdeutschen Verbande angehörenden Vereine, mussten nun dem Verbande der Kaninchenzüchter in Westfalen überwiesen werden.

 

m 6. Juni 1909 tagte in Dortmund die erste Vertreterversammlung.  Laut Beschluss dieser Versammlung erfolgte die endgültige Gründung des Verbandes.  Dem Verbande traten sofort 51 Vereine mit 1.224 Mitgliedern bei, nachdem der Bericht über die Gründungsversammlung vom 7. März 1909 gegeben war. Der Verband der Kaninchenzüchter in Westfalen und Lippe hat sich somit entwickelt aus den Kaninchenzüchterverbänden in den Stadt- und Landkreisen Dortmund, Hoerde und Hamm, sowie aus dem 2., 3., 13., 14. und 15. Bezirk des Verbandes Westdeutscher Kaninchenzüchter. ( Die Kreisverbände Dortmund, Hoerde und Hamm wurden 1908 gegründet.)

 

 

In dieser Versammlung wurden in den Vorstand gewählt:

 

 

erster vorstand

 

 

chronik der Beitrag wurde auf 20 Pfg. pro Mitglied festgesetzt. Das Tagegeld für die Vorstandsmitglieder auf 3,-- Mark. Für den Vorstand des Verbandes kam nun die Zeit außerordentlicher Tätigkeit, galt es doch, die westfälischen Vereine zu sammeln und die Einteilung in Kreis- bzw. Bezirksverbände durchzuführen. Viel Geduld erforderte diese Aufgabe, da sich manche Züchter nicht von dem Wert der für die Entwicklung der Kaninchenzucht notwendig gewordenen Einteilung überzeugen konnten. Außerdem zeigte sich bei dieser Gelegenheit die bei den Westfalen von jeher hervor tretende Eigenschaft: „das Festhalten am Alten“. Trotz der sich entgegen stellenden Schwierigkeiten wurde aber die Neuorganisation der westfälischen Kaninchenzüchter durchgeführt, und am 1. Januar 1910 bestand der Verband aus 12 Kreis- und 2 Bezirksverbänden, auf welche sich 117 Vereine mit 2.991 Mitgliedern verteilten.

 

chronik das Jahr 1910 war das erste Geschäftsjahr des Verbandes. Die Haupttätigkeit in demselben galt dem inneren Ausbau der Organisation. Die erste Ausschusssitzung fand am 9. Januar 1910 in Dortmund statt. In derselben beschäftigte sich der Ausschuss mit der Aufstellung eines Haushaltsplanes, der Beratung über eine Ausstellungsordnung, der Beratung über die Einrichtung von Lehrkursen und mit der Einrichtung eines ständigen Agitations- und Korrespondenzblattes. In der Delegiertenversammlung am 13. März 1910 in Schwerte wurde die vom Ausschuss vorgeschlagene Ausstellungsordnung sowie die am 6. Juni 1909 ausgearbeitete Satzung des Verbandes angenommen. Mit der Einrichtung von Lehrkursen war die Versammlung einverstanden. Bezüglich Einführung der Kennzeichnung der Tiere hielt sich die Versammlung weitere Entschließungen vor. Das Agitations- und Korrespondenzblatt soll eingeführt werden. Auf Antrag wurde dem Verein Unna die Verbandsausstellung 1910 übertragen. An der am 4., 5. und 6. Juni 1910 in Essen stattgefundenen Landesverbandsausstellung beteiligten sich auch die westfälischen Züchter. Von den dort vergebenen zehn Staatspreisen a 20,-- Mark, erhielten die Westfalen sechs. Die erfolgreichen Züchter von Westfalen waren wie folgt: Wilhelm Wix, Hamm (1. und 2. Staatspreis); H. Scheinhard, Westenfeld (3. Staatspreis); H. Schulte, Lengerich (4. Staatspreis); F. Klinkmann, Schwerte(6. Staatspreis); Joh. Röse, Gevelsberg (9. Staatspreis).

 

chronik im 31. Juli 1910 fand in Hagen eine außerordentliche Delegierten-Versammlung statt, wo über den Entwurf eines Status für den Landesverband preußischer Kaninchenzüchter Beschlüsse gefasst wurden. Ferner wurde eine Resolution, in welcher die Annahme des Reichsstandards empfohlen wurde, angenommen. In der Delegiertenversammlung am 13. November 1910 in Unna wurde die Einführung der Kennzeichnung abgelehnt, jedoch beschlossen, tätowierte oder mit Ohrmarken versehene Tiere zu den Prämierungen zuzulassen. Beschlossen wurde, dass im Provinzialverbandsbezirk fortan keine allgemeinen Ausstellungen stattfinden sollen. Mit der Einführung von Fellsammelstellen in den Vereinen erklärten sie sich einverstanden. Die Frühjahrsdelegiertenversammlung 1911 wurde dem Verein Witten, die Verbandsausstellung 1911 dem Verein Dortmund übertragen.

 

chronik vom 12. bis 14. November 1910 fand die Provinzialverbandsausstellung im Schützenhofe in Unna statt. Das Protektorat hatte Herr Regierungspräsident von Bake zu Arnsberg übernommen. Eröffnet wurde die Ausstellung vom Herrn Bürgermeister Koch, Unna, der sich um das Zustandekommen der Ausstellung eifrig bemüht hatte. Am 14. November beehrte der Herr Protektor die Ausstellung durch seinen Besuch. Die Ausstellung, zu der rund 300 Einladungen an die Behörden in Westfalen ergangen waren, erfreute sich besonderer Aufmerksamkeit und eines guten Besuches. Ausgestellt waren im ganzen 794 Nummern, darunter 131 Nummern Produkte aus der Kaninchenzucht. Eine Verbandsausstellung von einem solchen Umfange hatte noch kein deutscher Kaninchenzuchtverband zustande gebracht.

 

Auf die Kreis- und Bezirksverbände verteilten sich die 794 Nummern in nachstehender Weise:

 

 

erste  ausstellung

 

  

ußer der Provinzialverbandsausstellung fanden 21 Kreisverbandsausstellungen und 73 Lokalausstellungen statt. Auf der Provinzialverbandsausstellung erhielt die silberne Staatsmedaille der Züchter  Joh. Röse, Gevelsberg; die bronzene Staatsmedaille der Züchter Karl Ballul, Schwerte; das Diplom für beste Gesamtleistung eines Vereins: der Kaninchenzuchtverein Unna und das Diplom für beste Gesamtleistung eines Züchters: Wilhelm Hellwig, Unna.

 

  

chronik bisher war es schwierig, den Nutzen der Kaninchenzucht zahlenmäßig nachzuweisen, da kein einziger deutscher Verband statistische Erhebungen anstellte. Am 1. Januar 1909 stellten die Kreisverbände Dortmund und Hoerde zum ersten Male solche Erhebungen an. Dieselben lieferten reichliches Material. Es wurde deshalb am 1. Januar 1911 solche Erhebungen auf die Provinzialverbände Rheinland und Westfalen ausgedehnt. Da die meisten Züchter jedoch kein „Buch“ führten, so waren die Erhebungen lückenhaft. Am 1. Januar 1911 veranstalteten die beiden Provinzialverbände Kaninchenzählungen nach schweren, mittleren und leichten Rassen, sowie Mitglieder- und Vereinsstärken in den einzelnen Kreisverbänden. Diese Zählung war aber auch lückenhaft, da einige Vereine die Fragebogen nicht zurücksandten. Es waren 14 Kreis- bzw. Bezirksverbände mit 3.008 Mitgliedern in 144 Vereinen. Der Tierbestand betrug 17 781 Stück. 

 

chronik nachzutragen wäre noch, dass sich laut Geschäftsbericht vom Jahre 1910 nach Wahlen Änderungen im Vorstand des Landesverbandes ergeben haben und zwar wurde 1. Schriftführer Heinrich Schneider aus Siegen, 2. Schriftführer Heinrich Hardt aus Hemer und 2. Kassierer Wilhelm Wedekämper aus Marten. Eine Zusammensetzung des Vorstandes bis 1919 ist leider nicht mehr nachzuweisen. Im Kriege 1914  - 1918 wurde eine lebhafte Tätigkeit entfaltet. Der Verband nahm einen ungeahnten Aufschwung. 1919 trat der 1. Vorsitzende Bullerdick von seinem Posten zurück. Kurze Zeit übernahm Herr Wedekämper, Marten den Vorsitz. Später wurde Wilhelm Müller, Unna zum 1. Vorsitzenden gewählt.

 

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